Ajax Funk Grad 3 auch mit Grad-2-Komponenten möglich machen

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Viele Errichter fragen: Behält die Ajax Superior G3 ihre Grad 3-Zulassung, auch wenn Grad 2 Komponenten eingebunden sind? Die Antwort: ja – mit der richtigen Funkarchitektur.
Viele Errichter fragen: Behält die Ajax Superior G3 ihre Grad 3-Zulassung, auch wenn Grad 2 Komponenten eingebunden sind? Die Antwort: ja – mit der richtigen Funkarchitektur.

Was Grad 3 nach EN 50131 wirklich verlangt
Grad 3 nach DIN EN 50131-1:2021-07 deckt mittleres bis hohes Risiko ab. Die Norm setzt geübte Täter mit Fachkenntnissen und Werkzeug voraus. Das hat konkrete Folgen für die Technik.
Pflicht-Merkmale für Grad 3:
- Anti-Masking-PIR: Erkennt aktive Abdeckversuche (Spray, Folie, Karton)
- Erweiterte Sabotageüberwachung auf allen Komponenten
- Höhere Stromreserve: 60 Stunden Akku-Notstrom, bei NSL-Aufschaltung 30 Stunden
- Frequenz-Hopping über 17 Frequenzen und 4 Funkbänder gegen Jamming
- Verschärfte Verschlüsselungs- und Authentifizierungsanforderungen
Die Ajax Superior-Linie ist nach EN 50131 Grad 3 durch das tschechische Prüfinstitut TREZOR TEST zertifiziert. Damit liegt erstmals eine vollständig kabellose Grad-3-Funklösung auf dem Markt vor.
Das Grundprinzip: Das Frequenzsprungverfahren entscheidet über den Grad
Die Grad-3-Fähigkeit der Superior-Linie hängt am Funkprotokoll Superior Jeweller. Es kombiniert erweiterte Verschlüsselung mit einem verbesserten Frequenzsprungverfahren. Genau hier liegt die Grenze gemischter Systeme: Das erweiterte Frequenzsprungverfahren arbeitet nur, wenn alle Geräte eines Funksegments es unterstützen. Kommuniziert ein Gerät über das reguläre Jeweller-Protokoll direkt mit der Zentrale, deaktiviert das System das Frequenzsprungverfahren. Die Verschlüsselung bleibt erhalten — die Anlage ist auf Grad 2 begrenzt. So steht es im Benutzerhandbuch des Superior ReX G3 Jeweller und in den technischen Daten des Superior Hub G3 Jeweller.
Auch die Zentrale entscheidet: Der Hub 2 Plus ist und bleibt eine Grad-2-Zentrale. Grad 3 erfordert den Superior Hub G3 Jeweller, den Superior Hub Hybrid 2 oder den Superior MegaHub.
Wichtig für die Praxis: Für Einbruchmelder gilt weiterhin das Prinzip des schwächsten Glieds. Ein Grad-2-Bewegungsmelder bleibt normativ ein Grad-2-Bauteil — unabhängig von der Funkarchitektur. Der Spielraum betrifft Komponenten außerhalb des Einbruchschutzes.
Weg 1: Sauberer Kompletttausch auf die Superior-Linie
Für Neuanlagen oder klare Versicherer-Forderungen ist der vollständige Aufbau auf der Superior-Linie der direkte Weg.
Kern-Komponenten:
- Superior Hub G3 Jeweller (reine Funkzentrale), Superior Hub Hybrid 2 oder Superior MegaHub für hybride Setups
- Superior MotionProtect G3 Jeweller mit Anti-Masking; der Superior MotionProtect Plus G3 Jeweller ist als Erweiterung der Linie angekündigt
- Superior MultiTransmitter G3 Jeweller zur Einbindung verdrahteter Komponenten
- Superior ReX G3 Jeweller als Funk-Signalverstärker für große Objekte

Typische Einsatzfelder: Juweliere, Apotheken, Waffenhandel, Edelmetallhandel, Tresorräume und Gewerbeobjekte mit konkreten VdS- oder Versicherer-Auflagen. Verfügbarkeit ausschließlich über akkreditierte Ajax-Partner; offene Listenpreise gibt es nicht. Launch der Funk-Grad-3-Linie war der 26.02.2026.
Weg 2: Bestandstechnik einbinden über den Superior MultiTransmitter G3 Jeweller
Ist auf dem Objekt bereits eine Grad-3-taugliche Verkabelung vorhanden, lohnt sich der Blick auf den Superior MultiTransmitter G3 Jeweller. Das Modul bindet bis zu 18 verdrahtete Fremdmelder in eine Ajax-Grad-3-Funkanlage ein.
Voraussetzungen für diesen Weg:
- Alle eingebundenen Drahtmelder müssen selbst Grad-3-zertifiziert sein – sonst kippt die Anlage zurück auf Grad 2
- Zentrale ist der Superior Hub G3 Jeweller
- Vorhandene Verkabelung muss den Sabotage- und Überwachungsanforderungen der Norm genügen

Sinnvoll ist Weg 2 vor allem, wenn die bestehende Verkabelung erhalten bleiben soll und die Bestandsmelder nachweisbar Grad-3-zertifiziert sind. Sonst ist der Kompletttausch auf die Funk-Superior-Linie wirtschaftlich meist die schlankere Lösung.
Weg 3: Grad-2-Funkkomponenten über den Superior ReX G3 Jeweller isolieren
Hier liegt die wichtigste Neuerung für gemischte Anlagen. Das System bewertet das Frequenzsprungverfahren pro Funksegment: die Zentrale mit ihren direkt verbundenen Geräten — und jeder Funk-Signalverstärker mit seinen Geräten. Ajax dokumentiert ausdrücklich: Geräte ohne erweitertes Frequenzsprungverfahren lassen sich isolieren, indem sie an einen Funk-Signalverstärker angebunden werden.
So funktioniert die Architektur:
- Grad-2-Komponenten — etwa Wasser- oder Rauchmelder aus der Standard-Jeweller-Linie — werden an einen eigenen Superior ReX G3 Jeweller angebunden
- Der ReX G3 kommuniziert mit der Grad-3-Zentrale über Superior Jeweller oder Ethernet — das Frequenzsprungverfahren im Grad-3-Kern bleibt aktiv
- Keine Grad-3-Geräte an denselben Verstärker hängen, an dem Grad-2-Geräte angebunden sind: Dieses Segment arbeitet ohne erweitertes Frequenzsprungverfahren
- Direkt an der Zentrale kommunizieren ausschließlich Superior-Geräte

Bis zu fünf Funk-Signalverstärker sind pro System möglich. Der ReX G3 wird direkt an die Zentrale angebunden; eine Kaskadierung ist nicht vorgesehen. Die Ajax App zeigt den Status des Frequenzsprungverfahrens je Gerät an — inaktive Segmente sind so jederzeit erkennbar.
Einordnung für Errichter:
Sinnvoll ist Weg 3 für Geräte außerhalb des Einbruchschutzes — Wassermelder, Rauchmelder, Komfort- und Automatisierungsgeräte. Diese fallen nicht unter die EN-50131-Einstufung der Einbruchmeldeanlage. Für Einbruchmelder selbst bleibt die Regel: Grad 3 erfordert Grad-3-Melder. Ajax hat die Architektur im DACH-Webinar „Grad 3 trotz Grad 2 — so bleibt Ihr System zertifiziert“ (Mai 2026) für Errichter und Planer vorgestellt.
Errichter-Check: Wann Grad 3 – und wann reicht Grad 2?
Grad 3 ist kein Standard für Wohnobjekte. Für klassische Privathaushalte bleibt der Hub 2 Plus mit der Standard-Jeweller-Linie (Grad 2) der Regelfall. Grad 3 wird relevant, wenn:
- ein Versicherer oder eine VdS-Klasse Grad 3 ausdrücklich fordert
- das Risikoprofil das mittlere bis hohe Niveau nach EN 50131 erreicht (geübte Täter, Fachwerkzeug)
- besonders schutzwürdiges Inventar gesichert wird
Hinweis zur VdS-Anerkennung: Die EN-50131-Grad-3-Zertifizierung der Superior-Linie liegt über TREZOR TEST vor. Ob darüber hinaus eine VdS-Anerkennung für den deutschen Markt für die Funk-Superior-Linie besteht, ist projektbezogen beim Hersteller bzw. Distributor zu klären. Bei konkreten Versicherer-Forderungen ist dieser Punkt vor Angebotsabgabe zu verifizieren. Dokumentations- und Abnahmepflichten sind bei Grad 3 deutlich höher — das gehört in die Kalkulation.
Bei Fragen, Anregungen und Kommentare bitte gerne eine E-Mail an ed.netrepxefurtonobfsctd-8f8fc6@tkatnok
Häufig gestellte Fragen
Kann ich einen Ajax Hub 2 Plus durch Grad-3-Melder aufrüsten?
Nein. Der Hub 2 Plus ist eine Grad-2-Zentrale. Grad 3 erfordert den Superior Hub G3 Jeweller oder den Superior Hub Hybrid. Nach dem Prinzip des schwächsten Glieds bestimmt die niedrigste Komponente den Grad der Gesamtanlage.
Kann ich Grad-2-Melder wie Wasser- oder Rauchmelder in eine Grad-3-Anlage einbinden?
Ja — über einen dedizierten Superior ReX G3 Jeweller. Die Grad-2-Geräte werden an den Funk-Signalverstärker angebunden und so vom Grad-3-Kern getrennt. An diesem Verstärker dürfen keine Grad-3-Geräte hängen; direkt an der Zentrale kommunizieren ausschließlich Superior-Geräte. So bleibt das erweiterte Frequenzsprungverfahren im Grad-3-Kern aktiv.
Welche Komponenten gehören zur Ajax Superior Grad-3-Linie?
Superior Hub G3 Jeweller, Superior Hub Hybrid 2, Superior MegaHub, Superior ReX G3 Jeweller, Superior MotionProtect G3 Jeweller (Anti-Masking) sowie der Superior MultiTransmitter G3 Jeweller. Der Superior MotionProtect Plus G3 Jeweller ist angekündigt. Marktstart der Funk-Linie: 26.02.2026.
Ist Ajax Grad 3 auch VdS-anerkannt?
Die Zertifizierung nach EN 50131 Grad 3 erfolgt über TREZOR TEST. Eine separate VdS-Anerkennung für den deutschen Markt ist projektbezogen beim Hersteller anzufragen – relevant bei expliziten Versicherer-Forderungen.
Was unterscheidet Anti-Masking-PIR von normalen Bewegungsmeldern?
Ein Anti-Masking-PIR erkennt aktive Sabotageversuche wie Übersprühen, Abdecken mit Folie oder das Anbringen eines Schutzes vor dem Sensor. Anti-Masking ist nach EN 50131 für Grad 3 verpflichtend; die geräteseitigen Prüfanforderungen sind je nach Meldertyp in EN 50131-2-2 bzw. EN 50131-2-4 festgelegt.

